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Gibt es für Solidarität den richtigen oder falschen Zeitpunkt ? 4. Oktober 2009

Filed under: Nachrichten und Politik — neferati2008 @ 00:40

Gibt es für Solidarität den richtigen oder falschen Zeitpunkt?
Das fragte ich mich heute, als ich diese Meldung hier las:

Sarrazin steht im Verdacht der Volksverhetzung     Sarrazin

Nun habe ich mir erlaubt, der SPD – Politikerin zu schreiben. Ich finde es gut, dass sie sich äußert, aber ich finde es zu spät, viel zu spät. Warum so spät? Hat es was mit der Wahl zu tun, die nun eh`gelaufen ist? Oder ist es etwa wegen der Türken, die hier beleidigt werden? Sind die mehr wert als wir Deutsche, die seit Jahren von Sarrazin gegängelt werden? Leider fiel mir diese Frage es später ein. Ich möchte aber richtig stellen, dass ich auch seine Hetze gegen jegliche Ausländer verachte. Ich bin mit einer Türkin befreundet, die hat zwei Söhne im Teenealter (total gut erzogen !!!), arbeitet sehr hart in der Hauskrankenpflege und bekommt so “viel” Geld, dass sie noch HartzIV dazu beantragen muss. Es ist eine Schande !
Dem Bankdirektor habe ich natürlich auch geschrieben. Da bin ich nicht faul. Er hat eine ähnliche Mail bekommen. Ob es etwas bewirken wird? Ich weiß es nicht.             Hier ist nun der Text an Frau Eva Högl von der SPD:

 

Sehr geehrte Frau Högl,     Eva Högl

ich bin Ihnen sehr dankbar, dass Sie sich über die verbalen Entgleisungen des Herrn Sarrazin kritisch geäußert haben.
Allerdings frage ich mich, warum jetzt erst, nachdem der Sarrazin jahrelang seine Mitbürger beleidigen und denunzieren konnte, ein/e Politiker/in aufsteht und dem Einhalt gebietet. Er ist ja nicht der Einzige, nur treibt er es wohl am schlimmsten.
An solchen Beleidigungen, die ich als Arbeitslose jahrelang mittels der Medien über mich ergehen lassen musste, obwohl ich mich ernsthaft bewarb – Umschulung, Kurse, 1-€-Jobs, Ehrenämter um aktiv zu bleiben – das volle Programm – bin ich krank geworden. Ich bin Deutsche, fühle mich aber genauso gekränkt wie jede/r Ausländer/in.
Nun bin ich Rentenantragsstellerin, da ich nun nicht nur körperlich sondern auch nervlich arg lädiert bin. Aber auch jetzt muss ich bei dem ganzen Prozedere wieder aushalten, dass ich als Schmarotzerin und faul angesehen werde, auch wenn das nicht wörtlich gesagt wird.
Die finanzielle Not, in die ich durch HartzIV geraten bin (und ich rauche und trinke nicht!!!) ist die Eine, die andere Not ist die seelische in die "meine Landesväter und Mütter" mich gestoßen haben.
Warum so spät?
Ist es weil die Wahl anders gelaufen ist? Sind nun keine Posten mehr in Gefahr, wenn man sich äußert?

Ich möchte Sie nun nicht meinerseits beleidigen und unterstelle Ihnen, dass Sie auf solche Äußerungen schon früher reagiert haben. Es wird mir entgangen sein und das tut mir dann auch leid. Aber Sie werden mich verstehen, dass mir meine Gesundheit und meine Lebensjahre auch leid tun.

Ich wünsche Ihnen für Ihre politische Zukunft das Beste, wenn Sie sich für Ihre Mitmenschen weiter einsetzen wollen, egal welcher Herkunft sie sind und welchen Status sie haben.
Arbeitslosigkeit ist in diesem Land in den wenigsten Fällen die Schuld der Betroffenen. Das kann ich mit großer Gewissheit aus eigener Erfahrung sagen.

Mit den besten Grüßen

Andrea Trautmann, Berlin

 

Was meint Ihr, liebe User, dürfen Politiker nach Lust und Laune ihre Mitbürger beleidigen?
Es gibt ja durchaus welche, die das richtig finden, wie man in den Kommentaren zum Quellbeitrag auf MSN lesen kann.

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